Politische Gedanken zur Weihnachtszeit

•Dezember 14, 2012 • Schreibe einen Kommentar

Patent, Patent, ein Lichtlein brennt,
Im Gerichtssaal Nummer vier,
Denn wenn die Software Reiter kennt,
Dann steht der Richter vor der Tür.

zur Erläuterung: Adobes Patent auf Gruppieren von Optionen in Reitern

Urheberrechtsmetapher

•September 20, 2012 • 3 Kommentare

Sprechrollen:

  • Ursula – das Urheberrecht
  • Der Pirat

Erwähnte Charaktere:

Der Adel (Grundrechte):

  • Egon – das Eigentum
  • Meike – die Meinungsfreiheit
  • Inge – die Informationsfreiheit
  • Paul – die Privatsphäre
  • Gerd – die Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme

Die Gemeinen (einfache Rechte):

  • Stephan – Die Straßenverkehrsordnung
  • Melanie – Das Meldegesetz

***

Ursula:

Nun steh ich hier und schau hinaus
Aufs Meer der Welt und seh – oh Graus
Ein Schiff mit schwarzer Knochenfahne.
Sie kommen um mich abzuschlachten
Wollen mir nach dem Leben trachten.
So hört ihr meinen wenn ich warne
Zückt Schwert und Schild und helft mich wehren
Gegen diese Schlächter ohne Ehre.

Der Pirat steigt vom Schiff und geht auf Ursula zu.

Der Pirat:

Leg ab dein Schild, steck weg dein Schwert
Du siehst uns gänzlich unbewehrt.
Kein Säbel und kein Entermesser.
Wolln nicht dein Leben, wissens besser.
Denn deine Arbeit und dein Werk
Sind uns dafür zuviel wert.

Doch hast du längst in deiner Eile
Die Grenzen deiner eignen Macht
Weit überschritten und bisweilen
Deinen Bessren Leid gebracht.

Paul und Meike, Gerd und Inge
Haben uns zu dir geschickt
Denn dein Wedeln mit der Klinge
Haben sie nicht gern erblickt.
Sie haben Wunden davongetragen
So etwas darfst du nicht mehr wagen.

Ursula:

Was glauben die denn wer sie sind?
Sie sind nicht rechtens mich zu schelten.
Ich bin noch immer Egons Kind
Und muss als solches adlig gelten.
Wenn dieselben die euch senden
Sich offen in den Weg mir stellen
So ist’s mein Recht ohne Umwenden
Mein Urteil über sie zu fällen.

Der Pirat:

Oh Mädchen bist noch immer blind?
Bist einer Lüge aufgesessen
Du bist und warst nie Egons Kind.
Scharlatane haben frank und vermessen
Über dein Erbe falsches Zeugnis abgelegt.
Um ihren eignen Zielen zu frönen
Haben sie Himmel und Erde bewegt.
Lass dich nicht von ihnen verhöhnen.

Ursula:

Dies ist doch nur dummes Geschwätz
Nur weil ich meines Vaters Haar-
Und Augenfarbe niemals teile
Und anders bin so ganz und gar
Heißt’s nicht dass ich nicht unter Adel weile.
Dies ist Recht und ist Gesetz!

Der Pirat:

Die Wahrheit ist längst ausgesprochen
Und das Volk hat sie gehört.
Halt ein damit auf den falschen Namen zu pochen
Und lebe lieber ungehasst und ungestört
Mit deines gleichen ein ehrlich Leben.
Sind gute Leut‘ wie Stephan und wie Melanie
Die ohne Anmaßung gemeinsam streben.
Geh mit Ihnen an deinen angebrachten Platz
Denn dort bist du uns allen ein wertvoller Schatz.
Doch egal was die Scharlatane sagen oder tun
Du warst und wirst nie geistig Eigentum.


Creative Commons Lizenzvertrag
Urheberrechtsmetapher von Andi Popp steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported Lizenz.

Liebeserklärung an das Netz

•Juli 11, 2011 • Schreibe einen Kommentar

Es gibt ein Ding, so wundervoll, dass man es besingen soll,
Mit Heldenlied und Minnesang. Denn durch sein Wirken
Kann es diese Welt vereinen und der Völker Bande stärken.
Drum sage ich aus vollem Herzen: Internet, du bist so toll.

Du bist offen für ein‘ jeden, lässt in dein Netzwerk jedermann,
Vereinst die Menschen ungeachtet, von Rasse, Reichtum oder Stand.
Du hilfst freien Menschen Tyrannen schlagen
Und lässt auch die ängstlichsten Heldentaten wagen.

Wissen und Kultur der Menschheit, von Anbeginn behütet und beschützt
Lässt du uns teilen und vermehren, damit es einem jeden nützt.
Die Apologeten alter Phrasen, bekämpfen dich in jedem Land.
Doch sei versichert, so lang ich lebe, schütz ich dich vor ihrer Hand.

Der einz’lne Mensch ist Unikat, doch was auch so sein Laster sei,
Er findet einen der zu ihm und zu seines gleichen passt.
Sie sind vereint und nicht mehr erdrückt von der Einsamkeit Last.
Drum sage ich: „Oh Internet, ich liebe dich“, ich bin so frei.

Inspiriert durch Stephan Urbach

Der Zwitscher-Vers

•Juni 29, 2011 • Schreibe einen Kommentar

Zwitscher, zwitscher, eins, zwei, drei,
Noch fünfundsechzig Zeichen frei.
Und mit etwas Zauberei
Kommt sogar ein Vers herbei.

Was will uns das Verslein sagen?
Ist doch eing’lich viel zu lang.
Will es zum Gefolge tragen,
Mal seh’n wer es noch lesen kann.

Doch das Verslein macht die Runde,
Trotz der vielen Zeichen Last.
Ist schon bald in aller Munde.
Rezwitschert wird’s, mit flinker Hast.

Sorglos zieht das Verslein weiter,
Hat wohl wer was ausgehackt.
Läuft munter rum, ist froh und heiter,
Bis der Fehlwal es niederstreckt.

Nun ist das Verslein ganz allein
In einer dunklen Datenbank.
Kein Zwitschrer der weiter reimt,
Kein Folgsmann der es lesen kann

Das Verslein weint nun bitterlich,
einsam, weg ist alle Pracht.
Doch da ein Klicken, Summen, Licht.
Der Dienst-Verwalter Hoffnung macht.

Der Diener ist nun neu gestartet,
Ungeduld das Verslein sticht,
Der Verwalter tippt und wartet
Und schon erblickt der Dienst das Licht.

Und so nimmt wieder jeder seinen
Wortgewandten guten Gang,
Das große Verslein und die kleinen,
Hundertvierzig Zeichen lang.

Forschungseifer

•Juni 29, 2011 • Schreibe einen Kommentar

Radowitz, ein stolzer Forscher, geht vor dem Whiteboard auf und ab.
Ein Problem steht dort geschrieben, an dem er schon ’ne ganze Weile
seinen Kopf zerbricht. Doch heute soll nun kurz und knapp,
der Durchbruch her. Und deshalb nun mit flinker Eile
ging vor 8 Stunden er ans Werk. Doch so richtig mag
das Problem anscheinend nicht. Radowitz schließt nun die Zeile
und geht nachhaus. Morgen ist ein neuer Tag.